Mietnomaden und Messies erfolgreich los werden!

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28. Januar 2018

Mietnomaden und Messies erfolgreich los werden!

Vermieter klagen immer häufiger über Mietnomaden oder Messies, in der von ihnen vermieteten Eigentumswohnung. Sehr zum Ärger des Vermieters, der mit guten Gewissen und Vertrauen, seine Wohnung zur Verfügung stellt, damit Andere ein schönes Zuhause haben.

Auf folgende Fragen gibt es hier eine Antwort:

  • Aber was ist eigentlich der Unterschied von einem Mietnomaden zu einem Messie?
  • Woran kann ich einen Mietnomaden oder Messie erkennen?
  • Wie kann ich mich dagegen schützen?
  • Wie kann ich als Mieter trotzdem meine Miete erhalten?
  • Und wie werde ich, als Mieter einen Mietnomaden oder Messie los?
  • Was passiert danach? Wer übernimmt die Renovierungskosten?

Was ist ein Mietnomade?

Der Vermieter freut sich über einen neuen Mieter in seiner Immobilie. Doch die Mietzahlung zum vereinbarten Termin bleibt aus. Mietnomaden ziehen in eine Wohnung oder Haus und zahlen vorsätzlich keine Miete für das bezogene Objekt.

Da der angebliche Mieter von einer Immobilie in die nächste zieht, spricht man von einem nomadenhaften Verhalten. Derzeit gibt es in Deutschland circa 10.000 – 15.000 Mietnomaden. Durch die Nichtzahlung des vereinbarten monatlichen Betrages, entstehen für den Vermieter unermessliche Mietschulden.

Der Unterschied vom Mietnomaden zum Messie?

Ein Messie ist für den Vermieter ebenfalls ein sehr unangenehmer Mieter. Ein Messie ist eine Person, die alles sammelt. Ordnung zu halten ist für den Messie unmöglich. Das Worte Messie kommt aus dem englischen und steht für „mess“, was Unordnung oder Durcheinander bedeutet. Der Zwang eines Messies kann so weit gehen, das die Wohnung regelrecht zugemüllt ist, sodass nicht einmal mehr Platz zum Schlafen oder Essen vorhanden ist. Das Messie-Syndrom gilt als psychische Krankheit. Für den Vermieter ist ein Messie trotzdem mit viel Ärger verbunden. Zusätzlich muss der Eigentümer, nach Auszug des Messies eine große Investition für die Renovierungskosten aufbringen.

Kann ich einen Mietnomaden oder Messie im Vorfeld erkennen?

Wenn eine neue Immobilie zum Vermieten angeboten wird, hat der Vermieter oftmals die Qual der Wahl. In der Regel interessieren sich mehr als nur eine Person, für sein zu vermietendes Objekt.

Ein Mietnomade hat sein Vorhaben bereits geplant, sodass er weiß, worauf der Vermieter achten wird. Den Betrüger kann der Wohnungsgeber von ehrlichen Mietern nicht unterscheiden. Ebenso verhält es sich mit dem Messie. Wenn der zukünftige Scheinmieter in angemessener Kleidung und guten Umgangsformen erscheint, kann man dahinter schwer einen Mietnomaden oder Messie vermuten.

Wie kann ich mich, als Vermieter vor einem Mietnomaden oder Messie schützen?

Der Vermieter sollte sich nicht vom äußeren Erscheinungsbild, des zukünftigen Mieters, täuschen lassen. Vor der Wohnungsunterzeichnung sollte der Hauswirt möglichst viele Informationen über den zukünftigen Bewohner einholen.

Einige Möglichkeiten sind hier aufgeführt:

  • In jedem Fall die letzte, original Gehaltsabrechnung vorlegen lassen. Den zukünftigen Mieter bitten, die Abrechnung von dem aktuellen Arbeitgeber abstempeln und unterzeichnen zu lassen.
  • Mindestens eine dreimonatige Kaution verlangen. Die Kaution ist vor der Übergabe der Wohnungsschlüssel, vorzugsweise in bar, fällig.
  • Vorlage einer Schufa-Selbstauskunft von dem möglichen Mieter einfordern.
  • Personalien des neuen Mieters notieren. Die bisherige Anschrift, Namen, Geburtsdatum etc. aufschreiben. So kann der Vermieter den alten Wohnsitz überprüfen. Mietnomaden sind oftmals ohne festen Wohnsitz.
  • Den vorherigen Mieter kontaktieren und sich in der Deutschen Mieterdatenbank informieren.
  • Vor Mietvertragsunterzeichnung ein Gespräch mit dem Bewohner führen. Der neue Mieter sollte keine Probleme haben, seine Kontoauszüge mit ersichtlicher Mietzahlung vorzulegen.
  • Der Vermieter kann, zum eigenen Schutz, einen Bürgen von dem neuen Mieter verlangen.
  • Falls eine weitere Person mit in das neue Objekt zieht, sollte sich der Eigentümer ebenfalls die erforderlichen Auskünfte von dieser Person geben lassen.

Welche Möglichkeiten gibt es an die ausstehende Mietzahlung trotzdem zu erhalten?

Die Mietzahlung bleiben seit Wochen, Monaten oder im schlimmsten Fall Jahre aus. Was kann der Vermieter tun. Gibt es einen Ausgleich? Wer zahlt diesen? Versicherungen bieten die Möglichkeit eine Mietausfallversicherung abzuschließen.

Mietausstand über einen langen Zeitraum, kann für den ein oder Anderen die Zerstörung der Existenz zur Folge haben. Eine sogenannte Mietausfallversicherung ist sicherlich sinnvoll, insbesondere wenn man mehre Mietobjekte anbietet.

Wie soll ich mich als Vermieter verhalten? Wie bekomme ich die Mietnomaden oder Messies aus dem Mietobjekt?

Bleibt die Miete mindestens zwei Monate in Folge aus, kann der Vermieter dem Bewohner fristlos kündigen. In der Regel geht ein Mietnomade aber nicht freiwillig. Der Vermieter muss weitere rechtliche Schritte veranlassen. Meistens kommt der Wohnungseigentümer um eine Räumungsklage nicht herum. Eine kostspielige, langwierige Angelegenheit. Bis es zu einer Zwangsräumung kommt, ist Geduld gefragt. Diese kann im besten Falle nach drei Monaten statt in den, aber auch erst nach zwei Jahren veranlasst werden.

Da ein Messie seine monatliche Miete zahlt, ist die rechtliche Lage eine Andere. Wenn der Vermieter nachweislich einen Messie in der Wohnung hat, muss er diesem zuerst eine Abmahnung postalisch zukommen lassen. Ändert der Messie darauf sein Verhalten nicht, kann der Eigentümer eine Kündigung aussprechen. Laut Bürgerlichem Gesetzbuch ist „eine fristlose Kündigung wegen Verwahrlosung nur dann möglich, wenn der Mieter die Wohnung erheblich gefährdet.“ Oftmals ist ein Auszug eines Messies nur mithilfe rechtlicher Schritte möglich.

Wie geht es nach dem Auszug der Mietnomaden oder Messies weiter?

Endlich ist der Vermieter, nach nervenaufreibender Zeit, die Mietnomaden oder Messies los geworden. Leider folgt für den Eigentümer dann das nächste, kostspielige Ärgernis. Das Mietobjekt ist in der Regel komplett verwüstet. Auch der Mietnomade hinterlässt die Wohnung, wie der Messie, in einem desolaten Zustand. Manche Vermieter sind finanziell ruiniert, da eine kostspielige Renovierung nicht möglich ist. Er muss die Immobilie verkaufen.

Wagt der Eigentümer einen neuen Anlauf, muss er die Wohnung oder das Haus erst renovieren. Eine weitere Belastung für den Vermieter: eine teure Investition plus die ausstehenden Mietzahlungen.

Mietnomaden werden für die entstanden Schäden und Mietverluste selten belangt. Eine Hausratversicherung kommt in der Regel nur für die Kosten einer Entrümpelung der Wohnung auf.

Tipp: Sicherlich ist das Vertrauen des Vermieters, gegenüber neuen Wohnungsinteressenten, verständlicherweise gestört. Eine Möglichkeit, um nicht sofort wieder an Mietnomaden oder Messies zu geraten, ist, das zu vermietende Objekt kurzzeitig zu vermieten. Beispielsweise an Monteure, Austauschstudenten oder Projektmitarbeiter, Pendler, Messeaussteller etc.

Der Vermieter bestimmt so den Zeitraum für seine zu vermietende Immobilie!

Fazit

Um einen Mietbetrüger oder Messie los zu werden, benötigt man neben guten Nerven auch ein finanzielles Poster. Eine gute Versicherung kann dabei Gold wert sein.

Eine Zwangsräumung kommt bei 15 Prozent aller Vermieter vor!

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